Herkunftssprachlicher Unterricht (HSU)

Der Herkunftssprachliche Unterricht (HSU) ist ein zusätzliches kostenloses Angebot des Landes NRW für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 10, die mit zwei oder mehr Sprachen aufwachsen und mindestens Grundkenntnisse in der jeweiligen Herkunftssprache haben.

Dieser Unterricht wird nach einem vorgegebenen Lehrplan des Ministeriums für Schule und Weiterbildung erteilt und findet zusätzlich zum Regelunterricht statt (normalerweise am Nachmittag). Da nicht an jedem Standort im Stadtgebiet jede Herkunftssprache unterrichtet werden kann, werden oft Kinder aus mehreren Schulen gemeinsam unterrichtet.

Die KGS Möwenschule und die GGS Dönhoffstr. liegen im Herzen Wiesdorfs, werden von Kindern aus vielen Nationen besucht und eignen sich daher hervorragend für den Herkunftssprachlichen Unterricht im Primarbereich in diesem Leverkusener Stadtteil.

An einem Nachmittag in der Woche kommen Kinder zum Italienischunterricht aus den o.g. sowie aus anderen Schulen zu uns, um gemeinsam in der Gruppe ihre Herkunftssprache in Wort und Schrift zu lernen und zu festigen. Der Unterricht in den anderen Herkunftssprachen findet mehrmals in der Woche statt, zum Teil auch in den Vormittagsunterricht als Team-Teaching integriert.

Zurzeit können Schülerinnen und Schüler Unterricht in den folgenden Sprachen besuchen:

  • Albanisch (Herr Gashi)
  • Arabisch (Herr Benidamou)
  • Italienisch (Frau Romani)
  • Kurdisch (Herr Haj Hussein)
  • Türkisch (Herr Sungur)

Anwesenheitspflicht:

Die Anmeldung zum HSU erfolgt gleichzeitig mit der Anmeldung an der Grundschule (die Eltern füllen den Anmeldebogen aus und geben ihn im Sekretariat der Pflichtschule ab) und ist freiwillig. Sie verpflichtet jedoch für die Dauer eines Schuljahres zur regelmäßigen Teilnahme. Im Unterricht gilt Anwesenheitspflicht. In der 5. Klasse muss die Anmeldung bei der weiterführende Schule des Kindes erneut erfolgen.

Eine Abmeldung darf nur schriftlich am Ende eines Schuljahres für das jeweils kommende Schuljahr erfolgen.

Zeugnis:

Über die Teilnahme am HSU wird eine Bescheinigung ausgestellt. Die erteilte Note wird zudem unter „Bemerkungen“ im Zeugnis der Regelschule vermerkt. In der Schuleingangsphase gibt es nur eine Beurteilung über die Lernentwicklung.

Weitere Informationen zum Unterricht und zum Anmeldeverfahren erhalten Sie im Sekretariat bei Frau Grünhoff.

Aufgaben des Unterrichts in der Herkunftssprache:

  • Aufbau und systematische Entwicklung von mündlicher und schriftlicher Handlungsfähigkeit in der Herkunftssprache
  • Förderung, Erhaltung und Vertiefung der in die Schule mitgebrachten natürlichen Mehrsprachigkeit
  • Stärkung der Gewissheit, dass die besondere sprachliche Situation, nämlich zwei- oder mehrsprachig zu sein, eine positive Ressource für das Lernen ist
  • Vermittlung der Orientierungen, die die Kinder für das Lernen von Sprachen generell und vor allem für den Erwerb von Deutsch als Zweitsprache benötigen
  • Anbieten von Orientierungshilfen für Schülerinnen und Schülern für eine kulturell komplexe Lebenswirklichkeit in Familie und Schule
  • Bewahrung der kulturellen Identität und Gewährleistung friedlichen Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Sprache

Warum sollen Kinder den Unterricht in der Herkunftssprache besuchen?

  • Die Herkunftssprache (oft auch Familiensprache) ist von besonderer Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler und deren schulischen Erfolg, aber auch im Hinblick auf zukünftige Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
  • Mehrsprachigkeit ist ein kultureller Reichtum in einer immer stärker zusammenwachsenden Welt.
  • Kinder lernen dadurch ihre Herkunftssprache in Wort und Schrift zu beherrschen. Ihre interkulturelle Handlungsfähigkeit wird gefördert.
  • Mit soliden Grundlagen in der Herkunftssprache können Schülerinnen und Schüler auch die deutsche Sprache und jede weitere Fremdsprache leichter lernen.
  • Am Ende der Sekundarstufe I legen Schülerinnen und Schüler eine Sprachprüfung ab. Eine mindestens gute Leistung in der Sprachprüfung kann eine mangelhafte Leistung in einer Fremdsprache ausgleichen.

Teil des Unterrichts sind auch spezielle Projekte, wie zum Beispiel die Erstellung eines Märchenbuchs in zwei Sprachen oder auch Theateraufführungen in der Muttersprache, z.B. ein Märchennachmittag in zwei Sprachen.

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